Switzerland > Archiv für Agrargeschichte - Archives de l'histoire rurale - Archives of rural history

A1

Schweizer Braunviehzuchtverband

1890-2009
Archiv für Agrargeschichte
November 2012
Archiv für Agrargeschichte
Deutsch

Scope and content

Der Bestand dokumentiert den Aufbau des Verbandes ebenso wie die Bestrebungen zur Verwissenschaftlichung der Braunviehzucht. Er illustriert zudem die Umsetzung der Dienstleistungs- und Vollzugsaufgaben. Besonders gut dokumentiert sind die Entwicklung der züchterischen Methoden, die Koordination und Automation der Herdebuchführung sowie die Einführung der flächendeckend umgesetzten Milchleistungsprüfungen. Die Protokolle der leitenden Organe und Jahresberichte des Verbandes sind vollständig überliefert.

Records creator's history

Der Schweizer Braunviehzuchtverband (SBZV) wurde 1897 als Dachverband der lokalen Braunviehzucht-Genossenschaften gegründet. Die Geschäftsstelle befand sich in Bünzen, am Wohnort des Geschäftsführers Heinrich Abt. 1910 erfolgte der Umzug der Geschäftsstelle nach Luzern; seit 1938 befindet sie sich in Zug. Die lokalen Viehzuchtgenossenschaften dienten v. a. dem Ankauf und der Haltung leistungsfähiger Zuchtstiere. Der SBZV formulierte die Zuchtziele und vermittelte Informationen über Tiere. Die lange wichtigste Tätigkeit bestand in der Organisation von Schauen wie den Zuchtstiermärkten in Zug, Rapperswil und Chur. Differenzen um die Vereinheitlichung der Tierkörpermerkmale führten 1910 zur Spaltung des SBZV und zur Gründung des Verbandes ostschweizerischer Braunviehzuchtgenossenschaften, dem sich vor allem die Genossenschaften aus dem Kanton St. Gallen anschlossen. Das 1920 geschaffene Stammzuchtbüro führte die von den lokalen Genossenschaften in Stammzuchtbüchern festgehaltenen Daten zu Abstammung und Äusserem der Tiere in einem zentralen Herdebuch zusammen. Diese Daten wurden durch messbare Merkmale wie die Zug- und Milchleistung ergänzt. Nach der Wiedervereinigung 1935 wurde die Herdebuchstelle in den SBZV integriert. Auch die Umsetzung der vom Bund 1958 für obligatorisch erklärten Milchleistungsprüfungen erfolgte durch die Zuchtverbände, die auf schweizerischer Ebene in der Kommission Schweizerischer Viehzuchtorganisationen zusammengeschlossen waren. Der SBZV bildete die Milchkontrolleure aus und analysierte die Proben im verbandseigenen Untersuchungslabor. In den 1960/70er-Jahren rückte die innerhalb des SBZV zunächst höchst umstrittene künstliche Besamung und die Kreuzung mit US-amerikanischen Brown-Swiss-Tieren ins Zentrum der Tätigkeiten. Trotz der Verwissenschaftlichung der Zucht blieben Form und Erscheinung der Tiere für die Züchter wichtig – allerdings mit sich verändernden «Schönheitsidealen».

Archival history

Der Bestand wurde 2009 durch das Archiv für Agrargeschichte im Auftrag des SBZV erschlossen.

Appraisal

Bewertung: siehe Bewertungsliste und Kassationsprotokoll.

Processing information

  • 2009

Accruals

-

Source of acquisition

Schweizer Braunviehzuchtverband

System of arrangement

Die innere Ordnung des Bestandes wurde soweit sinnvoll übernommen. Wo nötig wurden die Unterlagen zum besseren Verständnis neu geordnet.

Conditions governing access

Die Archivalien sind öffentlich zugänglich. Für Einsichtnahmen ist ein Gesuch an Braunvieh Schweiz zu richten.

Other finding aids

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Related material

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Extent

107.7 Laufmeter

Genre of the material

Papier, audiovisuelle Medien (Fotos, Dias, Glasplatten, Filme, Videokassetten, Magnettonbänder)

Language of the material

Deutsch

Records creator

Schweizer Braunviehzuchtverband

Place of use

Location note: Archiv Braunvieh Schweiz