Switzerland > Archiv für Agrargeschichte - Archives de l'histoire rurale - Archives of rural history

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Gerber, Willy

1831-2003
Archiv für Agrargeschichte
November 2012
Archiv für Agrargeschichte
Deutsch

Scope and content

Der Bestand gibt einen guten Einblick in die Diskussionen um die „richtige“ Agrarpolitik innerhalb der bäuerlichen Organisationen von den 1960er- bis in die 1990er-Jahre.

Records creator's history

Willy Gerber bewirtschaftete zusammen mit seiner Frau Kirsten Andreasen von 1959 bis 1989 den von seiner Familie seit 1899 gepachteten Betrieb Emmenholz in Zuchwil. Im Jahr 1989 wurde der Betrieb von den Eigentümern verkauft. Danach lebte Gerber mit seiner Frau in Laupersdorf. Er engagierte sich seit seiner Jugendzeit für den Schutz der Natur und drehte auf dem Emmenholz auch Filme zum bäuerlichen Alltag. Nach seiner Ausbildung zum Landwirt an der Landwirtschaftlichen Schule Schwand arbeitete Gerber als Praktikant auf Bauernbetrieben in Dänemark (wo er seine spätere Frau kennenlernte), Norwegen, Schweden, Finnland, Deutschland und Frankreich. Er war, wie Oskar Howald, ein Verfechter einer Agrarpolitik, die auf der betriebs- und landeseigenen Futterbasis beruhte. In zahlreichen landwirtschaftlichen Vereinigungen engagierte sich Gerber dafür, dass nur Betriebe gefördert werden sollten, die, wie im Landwirtschaftsgesetz von 1951 vorgesehen, primär auf der betriebseigenen Futtergrundlage wirtschafteten. Ab Mitte der 1960er-Jahre vertrat Gerber seine Anliegen zunehmend auch in der Öffentlichkeit. Er nahm an Podiumsdiskussionen teil, verfasste Zeitungsartikel und rund 150 Leserbriefe. Gerber war ein vehementer Verfechter der norwegischen Agrarpolitik. Er übersetzte zahlreiche agrarpolitische Texte aus dem Norwegischen. Willy Gerber stand in einem engen, auch persönlichen Kontakt mit anderen bäuerlichen Kritikern der offiziellen Agrarpolitik – so unter anderem mit Ernst Därendinger und René Hochuli. Zudem pflegte er intensive Kontakte zu Journalisten wie Max R. Schnetzer, dem Chefredaktor des Oltner Tagblattes, der einen ähnlichen agrarpolitischen Kurs verfolgte wie Gerber. Im Schweizerischen Bauernverband (SBV) engagierte sich Gerber bei der organisatorischen Restrukturierung in den 1970er-Jahren. Zudem war er Mitglied des landwirtschaftlichen Ausschusses der FDP. Hier hatte Gerber auch direkten Kontakt zu wichtigen Repräsentanten der offiziellen schweizerischen Agrarpolitik der 1970/80er-Jahre, so beispielsweise zu Bundesrat Ernst Brugger und Jean-Claude Piot, dem Direktor der Abteilung für Landwirtschaft von 1970 bis 1992.

Archival history

Der Bestand wurde 2010 vom Archiv für Agrargeschichte erschlossen.

Appraisal

Bewertung: siehe Kassationsliste.

Processing information

  • Archiv für Agrargeschichte
  • 2010

Accruals

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Source of acquisition

Gerber, Willy

System of arrangement

Die innere Ordnung des Bestandes wurde soweit sinnvoll übernommen. Wo nötig wurden die Unterlagen zum besseren Verständnis neu geordnet.

Conditions governing access

Frei zugänglich.

Other finding aids

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Related material

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Extent

1 Laufmeter

Genre of the material

Papier, Tonträger

Language of the material

Deutsch

Records creator

Gerber, Willy

Place of use

Location note: Archiv für Agrargeschichte, Bern