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Schweizerische bäuerliche Bürgschaftsgenossenschaft

1919-2006
Archiv für Agrargeschichte
2006
Archiv für Agrargeschichte
Deutsch

Scope and content

Der Bestand dokumentiert wesentliche Aspekte der Bestrebungen zur Verbesserung der Lage ländlicher Unterschichten. Gleichzeitig illustriert er auch einen wesentlichen Teil der im und nach dem Ersten Weltkrieg unternommenen Bestrebungen zur Ausdehnung der Nahrungsmittelproduktion, in der landwirtschaftliche Kleinbetriebe eine besonders wichtige Rolle spielten, weil sie pro Fläche mehr Kalorien produzierten als grössere Betriebe. Interessant ist auch die Serie mit einzelbetrieblichen Gesuchen aus den 1980/90er-Jahren.

Records creator's history

Die Schweizerische bäuerliche Bürgschaftsgenossenschaft (SbBG) ist eine gemeinnützige Institution mit dem Zweck, die Finanzierung landwirtschaftlicher Projekte zu erleichtern und zu verbilligen. Gegründet wurde die SbBG 1921 auf Initiative von Ernst Laur vom Schweizerischen Bauernverband als «Bürgschaftsgenossenschaft für Landarbeiter und Kleinbauern». Mit der Gewährung einer Bürgschaft unterstützt wurden Bauernsöhne und Landarbeiter, die mindestens 10 Jahre auf einem Betrieb gedient hatten und sich mit der Übernahme einer Pacht oder dem Kauf eines kleinen Hofes selbständig machen wollten. Die Gründung der SbBG war eine jener typischen Massnahmen, die nach dem Ersten Weltkrieg zur Steigerung der Nahrungsmittelproduktion überall in Westeuropa unternommen wurden. Das Startkapital stammt aus Gewinnen der 1919 aufgelösten Société suisse de surveillance économique, die 1915 vom Bund und den Wirtschaftsverbänden als Monopolorganisation zur Ein- und Ausfuhr aller Nahrungsmittel, Rohstoffe und Industriegüter geschaffen worden war. Ebenfalls beigetragen haben landwirtschaftliche Vereinigungen, Banken, Kantone und Privatpersonen. Trotz einer vorsichtigen Geschäftspolitik brachten die 1930er-Jahre auch der SbBG Verluste. 1942 wurden als Folge des neuen Bürgschaftsrechts, das die privaten Bürgschaftsverpflichtungen strenger regulierte, die Statuten geändert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Limiten der Verbürgung erhöht, die Statuten überarbeitet und ab 1961 nannte man sich Schweizerische bäuerliche Bürgschaftsgenossenschaft. Als sich in den 1950er-Jahren die Betrachtungsweise durchsetzte, wonach nicht mehr Klein-, sondern primär rationell wirtschaftende mittlere Betriebe gefördert werden sollten, weitete die SbBG ihre Tätigkeiten aus und gewährte auch bereits bestehenden Betrieben Bürgschaften. Heute werden Bürgschaften auch für landwirtschaftliche Bauvorhaben, die Absicherung landwirtschaftlicher Investitionskredite, für Umschuldungen oder für die überbetriebliche Zusammenarbeit gewährt.

Archival history

Der Bestand wurde 2006 vom Archiv für Agrargeschichte im Auftrag der Schweizerischen bäuerlichen Bürgschaftsgenossenschaft erschlossen.

Appraisal

Bewertung: siehe Bewertungsliste und Kassationsprotokoll

Processing information

  • Archiv für Agrageschichte
  • 2006

Accruals

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Source of acquisition

Schweizerische bäuerliche Bürgschaftsgenossenschaft

System of arrangement

Die innere Ordnung des Bestandes wurde soweit sinnvoll übernommen. Wo nötig wurden die Unterlagen zum besseren Verständnis neu geordnet.

Conditions governing access

Es gilt eine generelle Schutzfrist von 10 Jahren

Other finding aids

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Related material

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Extent

8.2 Laufmeter

Genre of the material

Papier

Language of the material

Deutsch

Records creator

Schweizerische bäuerliche Bürgschaftsgenossenschaft

Place of use

Location note: Staatsarchiv Aargau