Switzerland > Archiv für Agrargeschichte - Archives de l'histoire rurale - Archives of rural history

346

Zentralschweizer Milchproduzenten

1905-2005
Archiv für Agrargeschichte
2006
Archiv für Agrargeschichte
Deutsch

Scope and content

Der Bestand dokumentiert einen wesentlichen Teil der Tätigkeiten des ZMP seit seiner Gründung. Die Protokolle seiner Organe sind fast vollständig erhalten. Im Bestand enthalten sind auch die Protokolle der Vorbereitungen zur Verbandsgründung. Besonders wertvoll sind die Dossiers zum Geschäftsverkehr des Verbandes mit seinen Mitgliedern, den lokalen Milch- und Käsereigenossenschaften. Diese Dossiers enthalten auch Dokumente zur Tätigkeit der Genossenschaften selbst.

Records creator's history

Die Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) wurden 1907 in Luzern als Verband der Zentralschweizerischen Käserei- und Milchgenossenschaften gegründet. Ziel der Verbandsgründung war es, gegenüber Käsern und Käsehändlern einen die Produktionskosten deckenden Milchpreis durchsetzen zu können und die Milchqualität zu verbessern. Den Grundstock des Regionalverbandes bildeten 62 Milch- und Käsereigenossenschaften mit 1768 Milchproduzenten, die rund 15 000 Kühe hielten. Eine wichtige Rolle spielte auch der Verband der Milchlieferanten von Luzern und Umgebung, die so genannten Stadtlieferanten, in dem Milchproduzenten aus der Umgebung der Stadt Luzern schon seit den 1890er-Jahren lose organisiert waren. Später schlossen sich auch die Milchproduzenten aus Zug, Ob- und Nidwalden sowie Uri dem ZMP an. Im Ersten Weltkrieg übernahm der Verband die Organisation der Trinkmilchversorgung in der Zentralschweiz. Er trat künftig de facto auch als Milchkäufer auf, da er die Geschäftsbeziehungen zwischen den lokalen Milch- und Käsereigenossenschaften und ihren direkten Abnehmern, den Käsern und Milchhändlern koordinierte. Schon früh stieg der Verband auch in die Verarbeitung von Milch und den Handel mit Milchprodukten ein, indem er selbst und zusammen mit den Milchkäufern Verarbeitungsbetriebe wie die Butterzentrale Luzern gründete oder sich an Handelsbetrieben – etwa der Muther AG – beteiligte. In der Nachkriegszeit wurde die Milchverarbeitung zu einem immer wichtigeren Teil der Verbandstätigkeit. So entstanden etwa der Milchhof und Weichkäsebetrieb Emmen sowie die Milchverwertungsstelle Dagmersellen. Nach der Übernahme der Mengensteuerung der Milchproduktion durch den Bund mit der Einführung der Milchkontingentierung 1977 zog sich der ZMP zunehmend aus dem operativen Geschäft seiner Milchverarbeitungsbetriebe, die sich in den 1990er-Jahren zur Emmi-Gruppe zusammenschlossen, zurück. Erst mit dem schrittweisen Ausstieg aus der Milchkontingentierung stieg der ZMP auch wieder ins Geschäft des Milchkaufes ein. Seit dem Frühling 2006 kauft er die Milch der Produzenten aus seinem Einzugsgebiet und verkauft diese den Verarbeitungsbetrieben.

Archival history

Der Bestand wurde 2006 im Auftrag des ZMP vom Archiv für Agrargeschichte erschlossen.

Appraisal

Bewertung: siehe Bewertungsliste und Kassationsprotokoll.

Processing information

  • 2006

Accruals

-

Source of acquisition

Zentralschweizer Milchproduzenten

System of arrangement

Die innere Ordnung des Bestandes wurde soweit sinnvoll übernommen. Wo nötig wurden die Unterlagen zum besseren Verständnis neu geordnet.

Conditions governing access

Nach Rücksprache mit der Geschäftsstelle ZMP.

Other finding aids

-

Related material

-

Extent

52.7 Laufmeter

Genre of the material

Papier, Fotos, Dias

Language of the material

Deutsch

Records creator

Zentralschweizer Milchproduzenten

Place of use

Location note: Archiv ZMP