Switzerland > Archiv für Agrargeschichte - Archives de l'histoire rurale - Archives of rural history

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Schweizerische bäuerliche Aktionskomitees

1968-1985
Archiv für Agrargeschichte
2006
Archiv für Agrargeschichte
Deutsch

Scope and content

Der Bestand dokumentiert die Koordination der Aktivitäten der kantonalen resp. regionalen bäuerlichen Aktionskomitees. Er enthält nur wenige Unterlagen über die konkreten Aktivitäten des Schweizerischen Komitees, gibt aber Einblick in Argumentationsweisen und Grundhaltungen der Akteure.

Records creator's history

Die Schweizerischen bäuerlichen Aktionskomitees entstanden 1965 zur Koordination der Tätigkeiten der regionalen und kantonalen Aktionskomitees, die u. a. in den Kantonen Basel, Bern, Solothurn, Luzern, Thurgau und Wallis entstanden waren. Initiiert und massgeblich geprägt wurden die Komitees von Fritz Räz, Hans Weber, Walter Weber und Ernst Baumgartner. Diese Bauern aus dem Bernischen Seeland hatten auch das erste regionale bäuerliche Aktionskomitee in Schüpfen gegründet. Die Aktionskomitees kritisierten die Agrarpolitik der Behörden und der grossen Landwirtschaftsverbände, weil diese "gegen den Geist des Landwirtschaftsgesetzes von 1951 verstosse". Sie forderten den Erhalt und die Förderung der bäuerlichen Familienbetriebe und die Einlösung des in der allgemeinen Landwirtschaftsverordnung verankerten Paritätslohnanspruchs durch höhere Produzentenpreise, namentlich bei Milch und Zuckerrüben. Sie setzten sich zudem für eine Reduktion der Tierbestände auf Grossbetrieben ein und forderten wirkungsvollere Massnahmen gegen Futtermittelimporte. Die Komitees organisierten regelmässig Versammlungen und Protestaktionen auf der lokalen und nationalen Ebene. Sie arbeiteten ab 1968 eng mit der Union des Producteurs suisses (heute Uniterre) in der Romandie zusammen und unterstützten diese im Kampf gegen den Milchwirtschaftsbeschluss 1977, der u. a. die Einführung der Milchkontingentierung mit sich brachte. Die bäuerlichen Komitees unterhielten auch Beziehungen zum Pächterverband und zu Natur- und Tierschutzorganisationen. Nach der Gründung der Vereinigung zum Schutze der kleinen und mittleren Bauern (VKMB) 1980 verloren die bäuerlichen Aktionskomitees ihre Rolle als Sprachrohr der oppositionellen Bauern in der Deutschschweiz. Ihre Mitglieder schlossen sich der VKMB jedoch nur vereinzelt an. 1993 entstand aus den Überresten des Ostschweizerischen Bäuerlichen Aktionskomitees und enttäuschter VKMB-Mitglieder im Thurgau die neue Bauernkoordination Schweiz (NBKS), die sich in der Folge auf schweizerischer Ebene mit den kantonalen Aktionskomitees zum Bäuerlichen Zentrum Schweiz zusammenschloss.

Archival history

Der Bestand wurde 2006 durch das Archiv für Agrargeschichte erschlossen.

Appraisal

Bewertung: siehe Bewertungsliste und Kassationsprotokoll.

Processing information

  • Archiv für Agrargeschichte
  • 2006

Accruals

-

Source of acquisition

Schweizerische bäuerliche Aktionskomitees

System of arrangement

Die innere Ordnung des Bestandes wurde soweit sinnvoll übernommen. Wo nötig wurden die Unterlagen zum besseren Verständnis neu geordnet.

Conditions governing access

Frei

Other finding aids

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Related material

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Extent

0.05 Laufmeter

Genre of the material

Papier

Language of the material

Deutsch

Records creator

Schweizerische bäuerliche Aktionskomitees

Place of use

Location note: Archiv für Agrargeschichte, Bern