Switzerland > Archiv für Agrargeschichte - Archives de l'histoire rurale - Archives of rural history

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Gerberkäse AG

1830-2005
Archiv für Agrargeschichte
November 2012
Archiv für Agrargeschichte
Deutsch

Scope and content

Der Bestand illustriert vor allem die Bearbeitung ausländischer Absatzmärkte. Dokumentiert wird auch die Entwicklung neuer Produkte und Herstellungsverfahren. Die Tagebücher geben Einblick in den Alltag der Entwicklung und Herstellung von Schmelzkäseprodukten. Die Protokolle der leitenden Organe sind zu einem grossen Teil überliefert.

Records creator's history

Die Firma entstand 1911 als Regiebetrieb des Käsehandelshauses Gerber & Co., das 1836 von Christian und Johann Gerber aus Langnau gegründet worden war. 1860 stieg auch der dritte Bruder, der Lederhändler Friedrich Gerber, als Teilhaber ein. Dessen Sohn Walter übernahm 1908 zusammen mit dem Kaufmann Fritz Stettler die Geschäftsleitung. Mit der Entwicklung eines Verfahrens zur Schmelzkäseherstellung fanden die beiden eine Möglichkeit, Hartkäse auch unter feuchtwarmen Klimabedingungen haltbar zu machen. Das Schmelzen ermöglichte zudem eine Verwertung von Emmentalerkäse, der zwar qualitativ einwandfrei war, aber den sich verändernden ästhetischen Ansprüchen in der Farbe oder Lochung nicht zu genügen vermochte. Der seit 1911 in Schachtelportionen verpackte Schmelzkäse («Gerberkäsli») und der 1936 entwickelte Doppelrahmfrischkäse («Gala») fanden zuerst in tropischen Gebieten, später auch in Europa und der Schweiz regen Absatz. Die Schachtelkäseherstellung wurde nach dem Ersten Weltkrieg einem starken Preisdruck ausgesetzt. Deshalb wurde ein Kartell gebildet, das 1925 zum Verband Schweizerischer Emmentaler Schachtelkäsefabrikanten (SESK) weiterentwickelt wurde. Zur Sicherung der ausländischen Absatzmärkte und zur Senkung der Herstellungskosten gründete Gerber zudem ausländische Tochterfirmen: 1920 die Gerber & Co. Inc. in den USA und 1922 die Société des Fromages Gerber SA in Pontarlier. Den Vertrieb von Schachtelkäse im Ausland übertrug sie Nestlé & Anglo Swiss Condensed Milk, die an der Firma Gerber beteiligt war. Anfang der 1960er-Jahre entwickelte die Firma ein Fertig-Fondue, das bis heute von den ausländischen Konkurrenten nicht wirklich nachgeahmt werden konnte. Im Jahr 2002/2003 kaufte Emmi die seit 1975 unter dem Namen Gerberkäse AG agierende Firma und schloss sie mit den drei Schmelzkäseherstellern Chalet Käse AG (an der Gerber selber schon seit den 1980er-Jahren beteiligt war), Tigerkäse AG und Zingg AG, die Emmi ebenfalls erworben hatte, zur Tochterfirma Emmi Fondue AG zusammen. Den Produktionsstandort Thun schloss Emmi 2009, um die Schmelzkäsefabrikation in Langnau i. E. zu konzentrieren.

Archival history

Der Bestand wurde 2009 vom Archiv für Agrargeschichte erschlossen.

Appraisal

Bewertung: siehe Bewertungsliste und Kassationsprotokoll.

Processing information

  • Archiv für Agrargeschichte
  • 2009

Accruals

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Source of acquisition

Gerberkäse AG

System of arrangement

Die innere Ordnung des Bestandes wurde soweit sinnvoll übernommen. Wo nötig wurden die Unterlagen zum besseren Verständnis neu geordnet.

Conditions governing access

Für Einsichtnahmen ist ein Gesuch an den Geschäftsführer von Emmi Fondue AG zu richten.

Other finding aids

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Related material

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Extent

13.7 Laufmeter

Genre of the material

Papier, audiovisuelle Medien (Fotos)

Language of the material

Deutsch

Records creator

Gerberkäse AG

Place of use

Location note: Emmi Fondue AG, Langnau