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Verband der Schweizerischen Schmelzkäseindustrie (SESK)

1920-2008
Archiv für Agrargeschichte
November 2012
Archiv für Agrargeschichte
Deutsch

Scope and content

Der Bestand dokumentiert die Bestrebungen zur Ordnung und Strukturierung des Schmelzkäsemarktes und dessen Einbindung in die neu entstehende Marktordnung in der Zwischenkriegszeit. Gut dokumentiert sind die Tätigkeiten der SESK als Interessen- und Dienstleistungsverband ab Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Protokolle der Organe und Jahresberichte sind vollständig überliefert.

Records creator's history

Der Verband Schweizerischer Emmentaler Schachtelkäsefabrikanten (SESK) wurde 1925 gegründet, um «Preisunterbietungen und unseriöse Verkaufspraktiken» auf den ausländischen Märkten zu unterbinden. Frühere Versuche, diese Ziele durch Abmachungen und Konferenzen zu erreichen, waren ohne Erfolg geblieben. Die von der SESK aufgestellten Regeln wurden jedoch weiterhin ignoriert, sodass der Verband als Genossenschaft 1934 neu konstituiert wurde. In einem Vertrag verpflichteten sich nun alle SESK-Mitglieder gegenüber der Käseunion, Schweizerkäse zu beziehen, Qualität, Preise und Konditionen für Schachtelkäse zu vereinheitlichen und die Anzahl Schachtelkäsemarken zu reduzieren. Dafür sicherte die Käseunion den Schachtelkäsefabriken Vorzugspreise beim Bezug von Schweizerkäse zu. Die SESK erliess daraufhin Regeln zur Herstellung, Verpackung, Form, Grösse und Deklaration von Schmelzkäseprodukten und der Vorstand wurde zur Bewilligungsinstanz für neue Fabrikate und Marken. Zudem ordnete die SESK einheitliche Grosshandels-Bezugspreise für Schachtelkäse an. Ein Schiedsgericht sorgte dafür, dass die Verbandsbestimmungen eingehalten wurden. In den 1950er-Jahren verlor die SESK ihre kartellähnlichen Funktionen weitgehend. Die 1947 zum Verband Schweizerischer Schachtelkäsefabriken reorganisierte Genossenschaft wurde zu einem Interessen- und Dienstleistungsverband. Er versorgte seine Mitglieder nun mit Dokumentationen für den Export. Daneben führte der SESK Herstellungs- und Preisstatistiken, koordinierte Bezüge von Laibkäse und organisierte kollektive Werbeauftritte der Branche im Ausland. Das Aufkommen des Fertigfondues und anderer neuer Schmelzprodukte in den 1950er-Jahren führten zur Umbenennung in SESK – Verband der Schweizerischen Schmelzkäseindustrie. Mit der Neuordnung des Milchmarktes in den 1990er-Jahren hat sich die Zahl der Schmelzkäsehersteller stark reduziert. Die SESK wird heute von den Firmen Emmi Fondue AG, Fromalp AG, Baer AG und Strähl Käse AG getragen.

Archival history

Der Bestand wurde 2009 vom Archiv für Agrargeschichte erschlossen.

Appraisal

Bewertung: siehe Bewertungsliste und Kassationsprotokoll.

Processing information

  • Archiv für Agrargeschichte
  • 2009

Accruals

-

Source of acquisition

Verband der Schweizerischen Schmelzkäseindustrie

System of arrangement

Die innere Ordnung des Bestandes wurde soweit sinnvoll übernommen. Wo nötig wurden die Unterlagen zum besseren Verständnis neu geordnet.

Conditions governing access

Die Archivalien sind öffentlich zugänglich. Für Einsichtnahmen ist ein Gesuch an die SESK zu richten.

Other finding aids

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Related material

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Extent

21.4 Laufmeter

Genre of the material

Papier, Audiovisuelle Medien (Fotos, Diapositive, Filme, Magnettonbänder)

Language of the material

Deutsch

Records creator

Verband der Schweizerischen Schmelzkäseindustrie

Place of use

Location note: SESK – Verband der Schweizerischen Schmelzkäseindustrie