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Schweizerischer Fleckviehzuchtverband

Periode 1890-2009
1856-2016
Archiv für Agrargeschichte
21. September 2018
Archiv für Agrargeschichte
Deutsch

Scope and content

Der Bestand illustriert den Aufbau des Verbandes ebenso wie die Versuche zur Verwissenschaftlichung der Fleckviehzucht. Besonders gut dokumentiert ist die Entwicklung der flächendeckend durchgeführten Milchleistungsprüfungen, die Systematisierung der Herdebuchführung und die Auswertung der Daten aus den Leistungsprüfungen. Die Protokolle der leitenden Organe und die Jahresberichte des Verbandes sind vollständig überliefert.

Records creator's history

Der Schweizerische Fleckviehzuchtverband (SFZV) wurde 1890 als Dachverband lokaler Viehzuchtgenossenschaften (VZG) gegründet. Initiant und erster Präsident war Jean von Wattenwyl. Mitte der 1920er-Jahre gehörten dem Verband 500 und Ende der 1950er-Jahre mehr als 1000 lokale VZG mit rund 35 000 Einzelzüchtern an. 1970 wurde der Sitz von Bern nach Zollikofen verlegt. Als Mitteilungsorgan diente bis 1935 das Landwirtschaftliche Jahrbuch der Schweiz, ab 1936 die ab 1974 auch in französischer Sprache gedruckten Mitteilungen, die 1983 in Simmentaler Fleckvieh und 1994 in Schweizer Fleckvieh umbenannt wurden. Bei den lokalen VZG ging es v. a. um die Beschaffung von Zuchtstieren. Der Dachverband hingegen lieferte Informationen über Stiere und Kühe. Dazu organisierte er ab 1898 einen Zuchtstiermarkt in Ostermundigen, später auch in Thun. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm der SFZV im Auftrag von Bund und Kantonen die Weiterentwicklung der Fleckviehzucht. Dazu führte er die von den lokalen VZG in Stammzuchtbüchern festgehaltenen Daten zur Abstammung, Leistung und Äusserem in zentralen Herdebüchern zusammen. Die 1936 errichtete Schweizerische Herdebuchstelle für das Simmentaler Fleckvieh wurde 1974 mit dem Verband vereinigt. Die Registrierung äusserer Merkmale war schon in den 1920er-Jahren durch die Prüfung messbarer Leistungsmerkmale wie der Zugkraft und der Milchleistung ergänzt worden. Mit der Tierzuchtverordnung wurde die Milchleistungsprüfung (MLP) 1958 gesetzlich geregelt und die Umsetzung den Zuchtverbänden übertragen. Dazu bildete der Verband Milchkontrolleure aus und wertete die Proben im verbandseigenen Untersuchungslabor aus. Für den SFZV waren auch zuchtpolitische Fragen wichtig. Dazu gehörte die Zulassung der Kreuzung des Simmentaler Fleckviehs mit der Rasse Red Holstein zur Erhöhung der Milchleistung und zur Verbesserung der Maschinen-Melkbarkeit in den 1970er-Jahren. Die Einführung der künstlichen Besamung in den 1960er-Jahren erhöhte das Angebot an Stieren und war eine Voraussetzung für die Einkreuzung anderer Rassen. Der Ausbau der zunehmend EDV-basierten Tätigkeiten im Bereich der Leistungsprüfungen, der Herdebuchführung und der Zuchtwertschätzung führten ab den 1990er Jahren sowohl zu einer Erneuerung der technischen Infrastruktur als auch der Suche nach Möglichkeiten einer verstärkten Zusammenarbeit mit den anderen Zuchtverbänden. So reorganisierte der SFZV zwischen 2006 und 2011 einen Teil seiner Kerntätigkeiten in Zusammenarbeit und Arbeitsteilung mit dem Schweizer Braunviehzuchtverband (SBZV). Das bisher nur verbandseigene Labor übernahm auch die Milchproben für den Braunviehzuchtverband. Zu dessen Betrieb gründeten SFZV und SBZV die gemeinsame Tochtergesellschaft Suisslab AG. Umgekehrt lagerte der SFZV die Tätigkeit der Zuchtwertschätzung nach Zug an den Sitz des Braunviehzuchtverbands aus. Dort wird diese wie auch die immer wichtiger werdende genomische Selektion durch die ebenfalls gemeinsame Tochterfirma Qualitas AG ausgeführt.

Archival history

Der Bestand wurde 2008 durch das Archiv für Agrargeschichte erschlossen, sowie 2016 und 2018 nachgeführt.

Appraisal

Bewertung: siehe Bewertungsliste und Kassationsprotokoll.

Processing information

  • Archiv für Agrargeschichte
  • 2008, 2016 und 2018

Accruals

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Source of acquisition

Schweizerischer Fleckviehzuchtverband

System of arrangement

Die innere Ordnung des Bestandes wurde soweit sinnvoll übernommen. Wo nötig wurden die Unterlagen zum besseren Verständnis neu geordnet.

Conditions governing access

Nach Absprache mit dem Geschäftsführer der Genossenschaft swissherdbook Zollikofen.

Other finding aids

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Related material

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Extent

107,2 Laufmeter

Genre of the material

Papier, Fotos, Dias, Glasplatten, Filme, Videos

Language of the material

Deutsch

Records creator

Schweizerischer Fleckviehzuchtverband

Place of use

Location note: Archiv Genossenschaft swissherdbook Zollikofen