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Zusammenfassung
Am 25.10.1948 auf der 9. Tagung des Bundesvorstandes des FDGB wurde Herbert Warnke
zum Vorsitzenden gewählt. In dieser Funktion war er bis März 1975 tätig. In seiner
langen Amtszeit unterstanden ihm unterschiedliche Bereiche. Ein Schwerpunkt der internationalen
Tätigkeit von Warnke war die Mitarbeit im WGB.
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Record creators history
Biographische Angaben zu Herbert Warnke
- 24. Feb. 1902 geboren in Hamburg
- 1916 - 1920 Bankbote bzw. Bote einer Buchhandlung
- 1920 - 1924 Ausbildung zum Nieter
- 1924 - 1930 Beschäftigung auf der Werft Blohm und Voß Hamburg
- 1930 - 1931 arbeitslos
- 1931 - 1933 Sekretär des Bezirkskomitees der Revolutionären Gewerkschaftsopposition
(RGO) in Bremen
- 1932 - 1933 Mitglied des Reichstags
- 1933 - 1935 Sekretär der Roten Gewerkschaftsinternationale in Saarbrücken und Paris
- 1936 - 1938 Mitglied der Abschnittsleitung Nord der KPD in Kopenhagen
- 1939 - 1943 Haft und Internierung in Schweden
- Dez. 1945 Rückkehr nach Deutschland
- Feb. 1946 Vorsitzender des FDGB-Landesvorstandes Mecklenburg, Mitglied des FDGB-Bundesvorstandes
- 1946 - 1947 Leiter Hauptabteilung Organisation beim FDGB-Bundesvorstand
- 1948 - 1949 Mitglied des Deutschen Volksrates
- 1948 - 1975 Vorsitzender des FDGB-Bundesvorstandes
- 1949 - 1953 Mitglied des Exekutivkomitees des Weltgewerkschaftsbundes (WGB)
- 1953 - 1969 Vizepräsident des WGB
- 1949 - 1975 Mitglied des SED Parteivorstandes und des ZK
- 1949 - 1975 Mitglied der Volkskammer
- 26. März 1975 verstorben in Berlin
Archival history
Bestandsinformation
Auf der 9. Tagung des FDGB-Bundesvorstandes am 25.10.1948 wurde Herbert Warnke zum
Vorsitzenden gewählt. In dieser Funktion war er bis März 1975 tätig. Zunächst unterstanden
ihm die Bereiche Löhne und Tarife, Wirtschaftspolitik und Schulung. Mit der Konstituierung
des Sekretariats des Bundesvorstandes des FDGB war der Vorsitzende ab Mai 1949 für
die Aufgabengebiete Internationale Verbindungen, Gewerkschaftseinheit und Presse verantwortlich.
Diese Zuständigkeiten wurden von 1952 bis 1958 durch die wechselnde Unterstellung
einzelner Abteilungen (u.a. Frauen, Finanzen, Sport) erweitert. Ab 1959 lässt sich
die Verantwortlichkeit des Vorsitzenden bisher nur für das Büro des Präsidiums nachweisen.
Ein Schwerpunkt der internationalen Tätigkeit Warnkes war die Mitarbeit im WGB. Im
Juli 1949 wurde er auf dem II. Kongress des WGB als Vertreter des FDGB in den Generalrat
und in das Exekutivkomitee des WGB gewählt. Von 1953 bis 1969 war er einer der Vizepräsidenten,
ab 1969 Mitglied des Büros des Generalrates des WGB.
Die Vielfalt der Aufgaben spiegelt sich im Archivgut für den Zeitraum 1948 bis 1959
bzw. 1967 bis 1975 gut wider. Hervorzuheben sind Darstellungen der Zentralvorstände
der Einzelgewerkschaften über ihre Konstituierung und den Organisationsaufbau. Hinzu
kommen umfangreiche Berichte über die Gewerkschaftsarbeit im jeweiligen Organisationsbereich
einschließlich der Durchführung von Gewerkschaftswahlen. Dokumente über die Entwicklung
des Lohn- und Gehaltsystems beinhalten vor allem Aussagen über die Einführung des
Leistungslohnes und die Regelung des Prämienwesens. Die Verbesserung der sozialen
Lage der Arbeiter und Angestellten ist ein weiterer thematischer Überlieferungsschwerpunkt.
Im Vordergrund stehen dabei v. a. die Gestaltung der Arbeitszeit, die Entwicklung
der Renten und der Aufbau des Feriendienstes.
Umfangreiche Dokumentationslücken bestehen für den Zeitraum 1960 bis 1967.
System of arrangement
Archivische Bearbeitung
Der Bestand wurde im Jahr 2004, innerhalb eines Retrokonversionsprojektes in der Stiftung,
als Bestandteil der Überlieferung DY 34-Bundesvorstand des FDGB erstmals als Online-Findbuch
für die Benutzung zur Verfügung gestellt. 2007/2008 erfolgte für die Büros der Vorsitzenden
des FDGB-Bundesvorstandes die Verfilmung und Digitalisierung der Akten. Dem vorausgegangen
war eine intensive Überarbeitung der Verzeichnungsangaben. Enthält-Vermerke wurden
neu gebildet bzw. überarbeitet, z. T. mussten Akten geteilt werden. Kassiert wurden
nur Doppelüberlieferungen. Das Büro umfasst z. Z. 470 Akteneinheiten, ca. 11 lfm.
Einige zum Büro Warnke gehörende Akten, sind diesem mit jetzigem Arbeitsstand noch
nicht zugeordnet und auch noch nicht digitalisiert. Die Digitalisierung der noch fehlenden
Unterlagen erfolgt demnächst. Im Findbuch fehlt bei diesen Akten der Link "Akte einsehen".
Eine Benutzung dieser Unterlagen ist im Lesesaal Berlin-Lichterfelde möglich.
Mit Hilfe der Software MEX (Midosa Editor für XML-Standards) erfolgte die Verknüpfung
der Digitalisate mit den Verzeichnungsangaben sowie die Erstellung der Orientierungsoberflächen.
Seit März 2009 steht das Büro Warnke als separates Online-Findbuch mit eingebundenen
Digitalisaten den Benutzern zur Verfügung.
Für einige wenige Akten liegen z. Z. noch keine Digitalisate vor. Diese werden in
einem Anschlussprojekt digitalisiert und danach in das bestehende Findbuch eingebunden.
Die Akten sind unter Angabe der Bestandsbezeichnung (DY 34) und der Signatur des Aktenbandes
zu bestellen und zu zitieren. Zur Zitierung einer Seite ist die Angabe der Foliierungsnummer
oben rechts auf dem Dokument zu verwenden.
Die Quellenangabe lautet: BArch DY 34/6589.
Isgard Löffler
Berlin, Februar 2009