Austria > Diözesanarchiv St. Pölten

[DASP]PfA 3395

Pfarrarchiv Schrems

1994 - 1599
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deutsch

Scope and content

Aktueller Pfarrbereich:
Stadt Schrems – Eugenia – Kollersdorf – Gebharts mit Kap. zum hl. Ulrich – Kottinghörmans mit Kap. zur hl. Maria – Niederschrems mit Kap. zu Mariahilf – Kleedorf mit Kap. zur Hlst. Dreifaltigkeit – Ehrenhöbarten mit Kap. zum hl. Heinrich – v. G Brand-Nagelberg: Steinbach-Forsthartl mit Kap. zur schmerzhaften Gottesmutter.

Historische Abweichungen:
- Pfarrmatriken ab 1656, für Matriken keine Vorpfarre
- Grillenstein, Eibenstein, Schrems bis 1760 bei Pfarre Schrems, ab 1760 bei Pfarre Gmünd
- Jandling bis 1760 bei Pfarre Schrems, ab 1760 bei Pfarre Vitis
- Steinbach, Langegg, Kiensatz und Aalfang-Forsthartl von 1760- 1784 bei Pfarre Schrems, ab 1784 bei Pfarre Langegg; Forsthartl und Steinbach ab November 1784 wieder bei Pfarre Schrems
- Langschwarza, Kurzschwarza und Pürbach bis 1784 bei Pfarre Schrems, ab 1784 bei Pfarre Schwarza
- Falkendorf bis 1784 bei Pfarre Schrems, ab 1784 bei Pfarre Langegg
- Enklave Neuniederschrems Haus Nr. 34-68 bis 1873 bei Pfarre Schrems, ab 1873 bei Pfarre Hoheneich

Archival history

I Pfarrgeschichte:

Schrems, dessen Bach-Name als Schremetize urkundlich 1190 aufscheint, erklärt sich als Grenzteil der alten Grafschaft Raabs-Litschau-Heidenreichstein, der bald nach dem Tode des letzten Babenbergers Herzog Friedrich (+ 1246) durch König Ottokar von Böhmen den Grafen Otto und Konrad von Playen-Hardegg verliehen wurde. Diese verzichteten 1254 zu Hardegg zugunsten des Stiftes Zwettl auf die Vogtei ihrer Kirche zu Kleinzwettl in der Grafschaft Litschau. Wilburg, die Witwe des 1260 im Kampf für Ottokar gegen Rudolf von Habsburg bei Staatz gefallenen Otto von Playen, in zweiter Ehe mit Heinrich von Dewin, in dritter Ehe 1277 mit Graf Berthold von Rabenwalde-Schwarzburg vermählt, brachte so die bis 1560 dauernde Verbindung von Schrems mit Hardegg zuwege. In der Folge hatten die Grafen von Maidburg-(Magdeburg)-Hardegg auch die benachbarte Herrschaft Schwarzenau zu lehen, was Grenzstreitigkeiten bezeugen.
Erste Nachricht über die Pfarre Schrems, Kirche St. Laurenz, findet sich erst in einem Passauer Verzeichnis aus 1399, wo Schrems als Lehenspfarre der Maidburg-Hardegg eingetragen ist. Der Bestand ist mit Sicherheit viel älter, noch vor 1332, wo die alten Kirchen Schwarza und St. Ulrich bei Gebharts romanische Bauformen hatten und in Schrems selber aus der alten Kirche ein Granit-Grabstein mit drei geritzten Kreisen vorhanden ist. Der erstbekannte Pfarrer Andreas aus 1410 hatte schon einen Hilfspriester Michael.
1471 verpfändeten die Grafen von Hardegg die Herrschaft Schrems dem Wilhelm von Puchheim auf Gmünd, das Pfarrpatronat aber blieb bei Hardegg. Der alte Adelssitz in Schrems verfiel. Als Wilhelm von Greiß die Herrschaft 1528 antrat, war eben der Pfarrer Katzinger in Schrems gestorben, und es führte ein Kaplan die Seelsorge. 1530 stellte Julius Graf von Hardegg eine Pfarrernennung für Stephan Peilensteiner aus, der 1549 in Schrems starb. Der Dechantbericht aus 1544 besagt, derzeit sei der Pfarrer allein, Schrems habe einen Schulmeister und die Filialen Schwarza und St. Ulrich in der Au (= Gebharts). Zwei Jöch aus Schrems, der reformierte Prediger Christoph und ein jüngerer Thomas treten auf, eine Pfarrernennung des Grafen Julius von Hardegg aus 1550, lautend auf Thomas Jöch, obwohl Herr Greiß von Gmünd den Priester Michael von Kirchberg nach Schrems gestellt hatte. Wohl auf Drängen der Greiß trat Pfarrer Jöch 1570 mit seinem Anhang offen zum Luthertum über, 1573 wollte er die Pfarre Heidenreichstein besetzen, wurde jedoch in Wien als nicht verläßlich befunden. 1580 erhielt er bei der Visitation zu Horn die Weisung, die Augsburger Konfession zu kaufen und den Katechismus vorzulesen. 1585 kam Johann Hügenpüchler von der Pfarre Spital nach Schrems. 1599 wurde Mauritius Eberhard für Schrems und für Schwarza bestellt, ein Pfarrurbar der Übergabe ist vorhanden. 1629 kam das Pfarrpatronat zur Herrschaft Schrems zurück. Es gibt Matriken aus dem Jahr 1656.
Der neue Schloßherr Wenzel Poiger von Reitzenschlag zu Weinern erlangte Schrems durch Heirat, verkaufte es aber 1666 an Georg von Lindenspür. Dessen Tochter, verehelichte Löwenthurn, gab Schrems an den Schwiegersohn Christoph von Rumel, 1730 erwarben das Gut die Reichsgrafen von Falkenhayn. 1751 gab Niklas Graf Falkenhayn die Pfarre an Paul Prager aus Heidenreichstein und stiftete eine Kaplansstelle dazu. In der Vorarbeit der Pfarreneinteilung überließ Paul Prager Jaudling an Vitis, Grillenstein, Eibenstein und Breitensee an Gmünd und nahm dafür Langegg, Kinsaß und halb Aalfang aus Heidenreichstein zu Schrems, dem Langschwarza als Filiale zugehörte, als Vorstufe für die 1784 erfolgten Pfarrerhebungen in Schwarza und Langegg.
Nach Pragers Tod kam 1776 Valentin Stätter, Hofkaplan und k. u. k. Schulrat, als Pfarrer nach Schrems.
Unter Pfarrer Richter (1861-1897) wurde nach dem Großbrand 1871 die heutige Kirche erbaut, die 1876 Bischof Dr. Binder zu Ehren Mariä Himmelfahrt konsekrierte, und 1895 wurde der Friedhof von Bischof Dr. Johann Rößler aus Schrems geweiht.
Die Pfarre erlebte eine Reihe von Primizen.

Das Pfarrarchiv wurde am 25. Juli 1997 ins DASP übernommen.

St. Pölten, am 26. März 2001

Patrozinium: Maria Himmelfahrt